Wahlcomputer Manipulation leicht gemacht

Das Bundesverfassungsgericht rief und der CCC antwortete: in einem Gutachten hat der Chaos Computer Club dargestellt, wie einfach es ist, Wahlcomputer auf den verschiedensten Wegen zu manipulieren. Angefangen mit dem Einsatz eines simplen Schraubenziehers, endend mit dem Hack des Auswertungscomputers.
Unverständlich ist mir, dass unsere Regierung elektronische Wahlen dank überbordender digitaler Kompetenz immer noch für sicher hält. Hersteller müssen das, klar, aber alle anderen?

(Focus Digital: Wahlfälschung in 60 Sekunden
CCC: Wahlcomputer sind nicht sicher)

BTW, neugierige Frage: darf ich als mündiger Bürger, der seine Stimme bei Wahlen abzugeben gewillt ist, mich weigern, an einem offensichtlich kinderleicht manipulierbaren Wahlverfahren teilzunehmen und auf Aushändigung von papiernen Wahlunterlagen bestehen? Weil, im anderen Falle kann ich meine Stimme ja fast meistbietend versteigern …

7 Kommentare


  1. Sicher kannst Du. Das nennt sich Briefwahl.


  2. Briefwahl ist schon klar. Aber wenn ich weder beruflich verhindert, in Urlaub oder krank oder gebrechlich bin, ist Briefwahl (eigentlich) nicht gestattet. Was mache ich dann?


  3. Niemand fragt Dich, niemand überprüft es. Auf dem Wahlzettel ist einfach vermerkt, wie Du den Wahlzettel anforderst.


  4. err: auf der Wahlbenachrichtigung steht, wie Du den Stimmzettel anforderst.


  5. In Zeiten zurückgehenden Vertrauens der Bürger in den Staat und seine Verfahren wäre die Einführung von Wahlcomputern tatsächlich das falsche Signal. Während jeder Bürger das klassische Verfahren der Stimmabgabe und -auszählung durchschauen und überprüfen kann, muss er sich beim Wahlcomputer auf die Technik und die experten verlassen. Wer tut das schon gerne.

    Gerade bei überraschenden Wahlergebnissen wären schnell diejenigen zugegen, die Zweifel sähten. Radikale Demagogen von links und rechts würden vermutlich Comuterfehler und Manipulationen für ihr schlechtes Abschneiden geltend machen. Letztlich wäre kaum jemand in der Lage solche Zweifel zu entkräften.


  6. Was ist nur aus dem Stolz, wählen gehen zu dürfen, geworden. Früher schmiss man sich in den Sonntagsanzug oder das Sonntagskleid, rasierte bzw. parfümierte sich besonders gründlich und flanierte gemessenen Schrittes zum Wahllokal, um (selbstverständlich!) seine Stimme abzugeben. Draussen vor der Tür noch ein kleines politisches Schwätzchen und drinnen das Kreuz, das war doch erhabenes Recht, keine Pflichtveranstaltung, wie heute.
    Wenn die Staatsgewalt über (Galgen-) Humor verfügt, lässt sie die Wahlbenachrichtigungen für die demnächst elektronisch durchzuführenden Wahlen auf der Rückseite einer Postkarte wie dieser verschicken …


  7. PS: An überraschenden Wahlergebnissen werden hoffentlich nicht nur Links- und Rechtsgerichtete mäkeln, sondern alle, die (berechtigte) Zweifel an der Richtigkeit der Ergebnisse hegen.
    Allerdings glaube ich nicht, dass das viel bringt, schon die letzten Wahleinsprüche gegen per Wahlcomputer durchgeführte Wahlen sind meines Wissens durch die Bank als unbegründet abgeschmettert worden.

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