Nachtrag zum TV-Duell

Sieger des TV-Duells ist Schröder

Im Lifeblog wurden schon gestern während des TV-Duells die Aussagen der Kandidatin Angela Merkel aufgenommen und kommentiert bzw. richtiggestellt.

Eine nachträgliche mediale Aufbereitung ist jetzt von Extra vorgenommen worden, nebst der praktischen Möglichkeit, die “Duellanten” noch einmal thematisch sortiert ansehen und anhören zu können. Für alle, denen gestern bei soviel Gespreche zwischendrin mal die Aufmerksamkeit ausging (wie mir ;-) ). Oder die sich das Duell gar nicht angesehen haben und jetzt nachsitzen müssten.

Den Umfragen zufolge hat dieses Duell einen Sieger, und zwar bescheinigt man Gerhard Schröder, sich besser geschlagen zu haben. Vor allem die Unentschlossenen, die sich noch nicht sicher waren, was sie wählen werden, hat Schröder überzeugen können. Das finde ich gut. :-)
Schröder lag in allen Umfragen mindestens 15 Prozentpunkte vor Merkel. In einer Blitzumfrage des Forsa-Instituts für RTL sahen 54 Prozent der Befragten den Kanzler, nur 31 Prozent CDU-Chefin Merkel als Sieger des Streitgesprächs an. In den ARD- und ZDF-Umfragen sahen knapp 50 Prozent Schröder und rund 30 Prozent Merkel als Gewinner. (welt.de)

Dass sich die CDU-Stammwähler nicht davon beeindrucken lassen, wird wohl von vornherein klar gewesen sein.
Ich hatte heute morgen ein Gespräch mit einem dieser Wähler über das TV-Duell und Politik im allgemeinen. Fazit: man kann die besten und logischsten Argumente anbringen, denen sogar inhaltlich zugestimmt wird – trotzdem wird die feste Absicht bekundet, die CDU zu wählen.
Ich sach dazu nur: Sturköppe. ;-)

Ein bemerkenswerter Fehler in der Rederei von Frau Merkel landete vorhin noch über eine Mailingliste in meiner Mailbox:

Angela Merkel hat im Duell der Kanzlerkandidaten am Sonntag behauptet, sie habe das Recht auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab dem dritten Lebensjahr als zuständige Ministerin für Frauen und Jugend eingeführt. Das ist unwahr. Das Recht auf Kindergartenplatz wurde zwar während ihrer Amtszeit im Zusammenhang mit der Reform des § 218 StGB im Schwangeren- und Familiengesetz beschlossen und es wurde durch das Bundesverfassungsgericht als notwendige Maßnahme zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausdrücklich bestätigt; aber Angela Merkel hat nicht für dieses Gesetz gestimmt; sie hat es mit großem Einsatz bekämpft, wie die Mehrheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Ich habe damals den fraktionsübergreifenden Kompromiss zusammen mit Uta Würfel (FDP) koordiniert und kann mich sehr wohl an die Verbitterung, insbesondere der ostdeutschen Frauen über “ihre” Ministerin erinnern. Umgesetzt wurde das Gesetz ab 1996, da war Merkel nicht mehr Frauenministerin.

(Inge Wettig-Danielmeier, Schatzmeisterin der SPD)

Schade, dass Frau Merkel der ARD-Umfrage zufolge in den Bereichen Arbeits- und Familienpolitik überzeugte, weil sie dies mit einer handfesten Unwahrheit erreicht hat. Wo sie doch so ehrliche Politik machen wollte, da finde ich sowas schon ein bisschen kontraproduktiv. ;-)

Aber so ist das wohl, wenn man ins politische Alter kommt und schon manches Amt bekleidet hat, da verklärt sich in der Rückschau einiges …

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