Kommunalwahlen 2006: Erfahrungsbericht als Beisitzende
Jo, ich habe gestern meine bürgerliche Pflicht erfüllt und beigesessen. ![]()
Gottseidank musste ich erst nachmittags, also ab 13 Uhr antreten, so konnte ich den Sonntag halbwegs ausschlafen.
Vorher war ich noch in meinem eigenen Wahlbezirk wählen und da stand ja schon eine ziemliche Schlange herum. Dabei war ich der Meinung, so kurz vor Mittag gäbe es die Kirchgang – Kochvorbereitung – Mittagessen – Flaute. An dem war es aber gar nicht und so musste ich mich nachher in den anderen Wahlbezirk etwas abhetzen bzw. anstrengen, noch dazu, wo es so steil bergauf ging und ich mit dem Fahrrad unterwegs war.
Gleich vorweg: der Nachmittag war stellenweise etwas langweilig wegen geringen Wähleraufkommens, die Stimmung unter den Wahlvorständen allerdings recht locker und angenehm, was nicht zuletzt am angenehmen Sonnenschein lag, der uns heimelig an unserer Bank umspielte. ![]()
Mein Wahlbezirk befand sich in einer Grundschule, dementsprechend unbequem, weil winzig und niedrig war die Bestuhlung. Auch für die Wählenden, die z.T. doch etwas abrupt in die Knie gingen und je nach Alter Mühe hatten, sich aus der tiefen Kniebeuge wieder in die stehende Position zu verfügen.
Gewählt wurden bei uns: Oberbürgermeister, Ortsrat, Stadtrat sowie Kreistag.
Die Zettel waren sehr unhandlich, weil (zu) gross. Sie passten nicht ohne weiteres auf den Tisch in der Wahlkabine. Sie mussten z.T. mehrfach gefaltet werden, um in den Schlitz der Wahlurne eingeworfen werden zu können.
Sie waren zwar verschiedenfarbig, aber mit rot, grün, hellgelb und dunkelgelb für Farbenblinde nicht gut unterscheidbar. D.h. wir mussten z.T. höllisch aufpassen, dass die Wählenden ihre Stimmzettel nicht in die falsche Box stopften (oder alle in eine Box), weil die dann falsch sortierten Zettel ungültig geworden wären.
Was wir alle ziemlich merkwürdig fanden.
Denn Stimmzettel, wo einer Partei erst in der Gesamtliste und dann einzelnen Parteimitgliedern noch einmal Stimmen zugedacht waren, die aber die vorgeschriebene maximale Stimmzahl von 3 pro Stimmzettel überstiegen, wurden nach Paragraph soundso (sorry, vergessen) doch gewertet.
Das ganze Auswertungsprozedere wurde mit sehr viel Papierkram begleitet und damit kompliziert. Aber wir waren gut, sehr gut sogar. Bei der Gesamtzahl der Wählenden haben wir uns nur ganz am Anfang um einen verzählt, nachdem dieses Fehlerchen aber schnell gefunden ward, stimmte der Inhalt jeder Wahlurne damit überein.
Das genaue Auszählen und Zusammentragen der einzelnen Stimmen war dann ein Klacks, weil wir uns ohne viel Aufwand und Diskussion so gut organisiert hatten. ![]()
Es hat auch nur 2,5 Stunden gedauert und so gegen 1/2 9 Uhr waren wir bereits fertig.
Die Telefoniererei für die Übermittlung der Schnellergebnisse war etwas nervig, weil bei mehr als 1000 Wahlbezirken rund 15 Telefonnummern doch etwas zu wenig sind.
In unserem Wahlbezirk war die Wahlbeteiligung übrigens unter aller Sau. Inklusive Briefwählern sind wir auf ca. 36 Prozent gekommen …
(Vorläufige) Wahlergebnisse gibt es hier:
- Oberbürgermeisterwahl
- Kommunalwahlen
Zur Stichwahl des Oberbürgermeisters treffen wir uns dann alle am 24.09.2006 wieder, gell?



[...] So, damit bin ich am Ende meiner Ausführungen und meiner für heute vorgesehenen Kräfte. Wer immer noch nicht genug hat, kann sich beim Parteiblog ein paar mehr Bemerkungen abholen. Hannover Inland Kommunalwahl Niedersachsen wahlen Wahlhelfer WahlvorstandDas kann bedenklich sein, wenn diese – gerade erst mit den Buchstaben des Alphabets betraut – die Wahl ihrer Eltern hinausposaunen möchten [↩] Verwandte Beiträge: [...]
Pingback von Too Much Cookies Network » Kommunalwahlen Niedersachsen - Die Zweite, geschrieben am 11. September 2006 um 11:29 pm