Die Mitte bröckelt

Angesichts der Nachrichten, dass selbst gut verdienende, deutsche Grosskonzerne zur Gewinnmaximierung tausende von Arbeitsplätzen abbauen wollen, macht man sich auch Sorgen um den bürgerlichen Mittelstand.
Wie schnell ist ein ehemalig auskömmlich bezahlter Arbeiter oder Angestellter in schlecht bezahlte Zeitarbeit gerutscht und damit aus dem Mittelstand verschwunden. Noch schneller versinken Arbeitslose dank Hartz IV in Armut. In den letzten Jahren sollen es über 5 Mio. Menschen gewesen sein, die sicher unfreiwillig an den finanziellen Gesellschaftsrand geschickt wurden.

Und wo der Mittelstand bröckelt, bröckeln auch die Steuereinnahmen, die sozialen Sicherungssysteme und der Konsum. Eine Nachrichtensendung fragte sich und die Zuschauer, warum denn die die Mitte so vehement besetzen wollende CDU nicht längst auf diese für den Staat verheerende Auswirkungen habende Entwicklung regulierend eingreifen würde.

Tja, wo bleiben sie denn? Oder hat die CDU, traditionsgemäss ja eher weniger auf die Interessen der Arbeiter eingerichtet, sich anderweitig festfokussiuert?

Nebenbei fragt man sich übrigens auch, wann Grosskonzerne endlich merken werden, dass ihre Gewinnmaximierungsspirale eher einen Teufelskreis darstellt, denn eine unternehmerisch wertvolle Entscheidung.

1 Kommentar


  1. Nicht nur die Wirtschaft – der Staat nimmt das Problem ebenfalls nicht ernst. Berufseinsteiger des öffentlichen Dienstes (1.100 EUR bis 1.800 EUR) sind nicht deutlich über der Grenze zwischen arm und ärmer. Das bedeutet wenig Steuereinnahmen von den “Gesunden und Belastbaren” in dieser Gesellschaft. Geringe Krankenkassen- und Rentenbeiträge, wenig Motivation zur Leistung und viel Zukunftsangst mit dem damit verbundenen Geburtenrückgang gehen damit einher. Und das bei steigender Wochenarbeitszeit in der Privatwirtschaft und dem Öffentlichen Dienst.

    Damit will ich nicht sagen, dass der Staat mit gutem Beispiel voran gehen muss, bevor sich die Wirtschaft regt. Die Wirtschaft hat viel aufzuholen, wenn man sich anschaut, wie sich der Staat z.B. für den Erhalt von Arbeitsplätzen verschuldet (Subventionen zahlt) und dann im Rahmen der privatwirtschaftlichen Gewinnmaximierung abgezockt wird.

    Wer weiß, vielleicht ist das derzeit wie beim Schach: Die Wirtschaft sagt “Schach” – und alle zusammen freuen sich über sein “Schachmatt”…

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